WEICHEN gestellt: ENDE des DIESELBETRIEBS in Nordbayern 

Planungsvertrag für Elektrifizierungen und Akku-Ladestationen unterzeichnet

  • 74 Kilometer Bahnstrecken werden elektrifiziert

  • Umstellung von 20 Diesellinien auf klimafreundliche Antriebe

  • Dieselbetrieb wird bis 2040 beendet

Die Umstellung auf einen dieselfreien Schienenpersonennahverkehr im Norden Bayerns rückt näher. Der Freistaat hat heute die DB InfraGO AG mit der Planung des Infrastrukturausbaus beauftragt. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: „Die Zukunft der Bahn in Bayern ist elektrisch! In Nordbayern wollen wir den Dieselbetrieb bis 2040 beenden und alle Linien auf elektrischen Betrieb oder Akku-Züge umstellen. Hierfür müssen 74 Kilometer Schienenstrecken elektrifiziert und zwei Ladestationen neu gebaut werden. Der Freistaat geht freiwillig in Vorleistung und investiert rund 60 Millionen Euro in die Planungen.“

Ein 2024 vorgestelltes Gutachten hatte die nötigen Infrastrukturausbauten ermittelt: Auf insgesamt 20 Linien sollen künftig Akku-Züge fahren. Sie nutzen elektrifizierte Abschnitte und Ladestationen in Bahnhöfen, um ihre Akkus aufzuladen. Dazu sollen folgende Strecken eine Oberleitung erhalten:

  • Oberkotzau – Rehau
  • Kirchenlaibach – Bayreuth – Trebgast
  • Hochstadt-Marktzeuln – Mainroth
  • Oberkotzau – Münchberg

Ladestationen sollen in Bad Steben und Neustadt (Waldnaab) entstehen. In Nürnberg, Forchheim und Wicklesgreuth werden die Lademöglichkeiten durch die Elektrifizierung zusätzlicher Gleise verbessert. Für die Infrastrukturausbauten strebt der Freistaat eine Bundesförderung gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) an.

Darüber hinaus wird die Region von bereits begonnenen Elektrifizierungsprojekten profitieren: Im Bundesverkehrswegeplan sind die Elektrifizierung des Ostkorridors Hof – Regensburg, der Franken-Sachsen-Magistrale Nürnberg – Schirnding und der Metropolenbahn Nürnberg – Furth im Wald enthalten. Diese Projekte plant die DB im Auftrag des Bundes. Bereits 2024 hat der Freistaat zudem den Planungsauftrag für eine Elektrifizierung von Schnabelwaid nach Bayreuth erteilt.

Der Abschnitt zwischen Hof über Oberkotzau nach Marktredwitz wird im Zuge des Ostkorridors elektrifiziert und soll stufenweise zwischen 2033 und 2036 in Betrieb gehen. Die Elektrifizierungen nach Rehau und Münchberg schließen daran an. Die übrigen Vorhaben werden eine sparsamere Akku-Nutzung und die Umstellung bestimmter Linien auf einen vollelektrischen Betrieb ermöglichen.

Bayerns DB-Konzernbevollmächtigter Heiko Büttner: „Wir erreichen nur dann unsere Klimaziele, wenn wir Güter und Menschen umweltfreundlich ans Ziel bringen. Genau das verspricht die Umstellung auf elektrischen Be-trieb oder Akku-Züge. Mit dem Start der Planungen für den erforderlichen Infrastrukturausbau treiben wir gemeinsam mit dem Freistaat die klima-freundliche Verkehrswende auf der Schiene in Nordbayern konsequent voran.“

Klaus Peter Söllner, Landrat des Landkreises Kulmbach: „Als Sprecher der IGE Oberfranken-Achse freue ich mich gemeinsam mit Landrat Dr. Oliver Bär sehr, dass aufbauend auf den Empfehlungen unserer 2024 abgeschlossenen Machbarkeitsstudie zur Oberfranken-Achse die Umstellung des Schienenverkehrs in ganz Nordbayern auf klimafreundliche Antriebe schnell beschlossen wurde und innerhalb von nur einem Jahr für insgesamt 20 Schienenstrecken der konkreten Planungsvertrag erarbeitet werden konnte. Dies ist ein Meilenstein nicht nur für Oberfranken, sondern für die ganze Region im Kampf für ein Ende der Dieselinsel – herzlichen Dank dafür an Verkehrsminister Christian Bernreiter und seine Mannschaft im Ministerium und bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft!“

Die Umstellung auf Akku-Züge soll in mehreren Stufen erfolgen. Ab Mitte der 2030er Jahre soll auf den Neigetechnik-Linien ein neues, barrierefreies Neigetechnik-Fahrzeug zum Einsatz kommen. Die betrifft folgende Linien:

  • RE 30 Nürnberg – Bayreuth – Hof
  • RE 31 Nürnberg – Marktredwitz – Hof
  • RE 32 Nürnberg – Bayreuth – Coburg
  • RE 33 Nürnberg – Cheb (CZ)
  • RE 35 Bamberg – Hof
  • RE 38 Nürnberg – Bayreuth – Bamberg
  • RE 40 Nürnberg – Schwandorf – Regensburg
  • RE 41 Nürnberg – Neustadt (Waldnaab)

Ebenfalls ab Mitte der 2030er Jahre soll der Akku-Betrieb auf den nachfolgenden Linien des konventionellen Netzes starten:

  • RB 18 Coburg – Bad Rodach
  • RB 22 Forchheim – Ebermannstadt
  • RB 26 Bamberg – Ebern
  • RB 82 Steinach – Rothenburg ob der Tauber
  • RB 91 Wicklesgreuth – Windsbach
  • RB 95 Hof – Cheb (CZ) – Marktredwitz
  • RB 96 Hof – Selb Stadt
  • RB 97 Hof – Bad Steben

Im Dezember 2040 sollen schließlich jene Linien auf Akku-Betrieb umgestellt werden, die einen besonders umfassenden Infrastrukturausbau benötigen:

  • RB 24 Coburg – Bayreuth – Hof
  • RB 34 Weidenberg – Weiden
  • RB 98 Helmbrechts – Münchberg – Hof
  • RB 99 Hof – Neuenmarkt-Wirsberg

Das Bild zeigt Bayerns Verkehrsministers Christian Bernreiter und DB-Konzernbevollmächtigten Heiko Büttner (sitzend von links) mit örtlichen Mandatsträgern und Unterstützern bei der Vertragsunterzeichnung.

Foto-Quelle: StMB

 

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